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Können Werke wirken? Ganz bestimmt! Gilt das auch in der Musik? Erst recht! Und das in vielfältiger Weise. Zum Beispiel, wenn Lieder Wirklichkeit reflektieren, sich kritisch mit den Verhältnissen auseinandersetzen, Ungerechtigkeiten anprangern, die Dinge beim Namen nennen, Dogmen und falsche Autoritäten hinterfragen, Protest artikulieren, Haltung zeigen, kurz: politischen Gehalt haben.
Auf die Botschaft kommt es an.

Diese Beispiele sollen das veranschaulichen. Alle sind mit den jeweiligen Liedtexten, weiteren Informationen und Hörproben verlinkt.




Inti Illimani Histórico


CANTANTES INVISIBLES

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelten chilenische Künstler eine neue Form des politisch engagierten Liedes, Nueva Canción genannt, die auf Elementen spanischer und kubanischer Musiktraditionen, Überlieferungen der Andinen Musik, der chilenischen Cueca sowie der Música Negra basierte und rasch weit über Chile hinaus in ganz Lateinamerika ihre Wirkung entfaltete. Auch die Initiatoren des 1967 ins Leben gerufenen Ensembles "Inti Illimani" gehörten zu den Pionieren dieses neuen Genres in einer kreativen Szene um den 1973 ermordeten chilenischen Liedermacher und Sänger Victor Jara und machten es auf der ganzen Welt bekannt. Vor einigen Jahren taten sich Inti Illimani "Veteranen" der ersten Stunde mit jungen Musikerkollegen zusammen und hoben ihre Generationen übergreifende Neugründung "Inti Illimani Histórico" aus der Taufe, um der Nueva Canción frische Impulse zu geben und dieses vielgestaltige Genre musikalisch und inhaltlich zu modernisieren. Das in dieser Hinsicht programmatische Lied "Cantantes Invisibles" ist typisch für ihren Aufbruch zu neuen Formen von Poesie und Musik.
Infos, Text (mit deutscher Übersetzung) und Hörprobe
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Lucienne Purcell


ROMANIAN SONG (BLOOD AND GOLD)

Irgendwo ist immer Krieg. Seit Menschengedenken geht das nun so und ein Ende des Unheils ist nicht in Sicht. Historiker schätzen, dass es seit der Frühantike bis in unsere Zeit etwa 14.500 Kriege gegeben hat. Dabei sollen um die 3,6 Milliarden Kombattanten getötet worden sein. Nicht gerechnet die an Leib und Seele verkrüppelten Personen, nicht gezählt auch jene Menschen, die an Kampfhandlungen zwar nicht unmittelbar beteiligt waren aber von deren Auswirkungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sei es durch das Wüten der Soldateska, sei es als "Kollateralopfer", sei es durch Flucht und Vertreibung oder Not sowie Elend und Mangel, die durch Rekrutierung und den Ressourcenverbrauch der parasitären Militärmaschinerien verursacht werden. Aus der Sicht von Kriegsmächtigen verschwimmt ein einzelner Mensch in der Menge. Sein Schicksal bleibt namenlos und verscharrt in den Massengräbern in aller Welt. Dieser Song ist den unzähligen Vergessenen gewidmet, die im Verlauf der Geschichte aufgrund des Wütens von Krieg und Gewalt auf der Strecke geblieben sind.
Infos, Text und Hörprobe
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John Faulkner


WILL YE GO TO FLANDERS

Die Felder Flanderns sind getränkt vom Blut der grossen Schlachten. Überall birgt die Erde Gebeine der Gefallenen, Überreste ihrer Habseligkeiten und jede Art von Kriegsschrott aus lukrativen Geschäften. Archäologische Befunde zeugen vom zynischen Kalkül der Generalitäten ebenso, wie vom Versagen der Eliten aus Politik und Wirtschaft aller Kriegsparteien. Ihr Tun kennt keine unmittelbare Verantwortung. Keine persönliche Betroffenheit, keine Konsequenzen, allenfalls bigottes Bedauern und das Beharren auf Privilegien. Sie waschen ihre Hände in Unschuld. Die Felder Flanderns sind ein Synonym für die Greul des Krieges überall auf der Welt. In Flandern starben Soldaten aus aller Herren Länder. Auch Briten und Iren mussten hier kämpfen und ihr Leben lassen. Dieser irisch-englische Folksong in der Fassung des Sängers John Faulkner hat ihre Geschichte zum Thema.
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Dick Gaughan

THINK AGAIN

In den 1980er Jahren war die Hochrüstung des sog. "Kalten Krieges" zwischen den Staaten des Warschauer Pakts und der Nato und deren Vasallen an ihrem Höhepunkt angelangt. Beide Seiten standen sich mit einem Vernichtungspotential gegenüber, das in der Geschichte der Menschheit seinesgleichen suchte und ausgereicht hätte, nahezu alles Leben auf unserem Planeten gleich zigfach auszulöschen. Es herrschte die Doktrin der Abschreckung. Der bizarren Vorstellung, Hegemonialinteressen liessen sich nur mit der Drohung eines globalen Suizids behaupten. Der ist – bislang – ausgeblieben, stattdessen wurden Stellvertreter-Kriege geführt. Militärwesen und Rüstungsindustrien prosperieren weltweit. Um ihren Aufwand und Bedarf zu legitimieren, braucht es Ressentiments. Nach Innen und nach Aussen. Es ist ein ganz altes Rezept. Wie alle Künste kann auch Musik dazu beitragen, Feinbilder abzubauen. Auch das hat eine lange Tradition. Der schottische Singer-Songwriter Dick Gaughan schrieb dafür dieses Lied in den 1980er Jahren. Es hat bislang nichts von seiner Aktualität verloren.
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Guy & Candie Carawan

TAKE THE CHILDREN AND RUN


Militärische und die zivile Nutzung der Kernspaltung bilden zwei Seiten der selben Medaille. Beide Zweige sind technisch, wirtschaftlich und politisch eng miteinander verflochten. Besonders die Forcierung einer angeblich "friedlichen" Nutzung der Kernenergie wurde mit wohlklingenden Heilsversprechen flankiert. Lösung aller Energieprobleme, Wohlstand und eine schöne neue Welt waren die Schlagworte. Und es hat eine ganze Weile gedauert, bis auch dieser Weg zum angeblichen Fortschritt als Sackgasse in das allgemeine Bewusstsein gedrungen ist. Nach zahllosen "Störfällen" und drei katastrophalen GAUs in nur wenigen Jahrzehnten macht sich Ernüchterung breit. Weder für den sicheren Betrieb der Reaktoren noch für den Verbleib des Atommülls zeichnen sich machbare Lösungen ab. Der ganze Irrsinn schreit geradezu nach entschiedenem Protest. Auch in Form von Liedern. Wie dieser Anti-Atomkraft Song, der nach der Havarie des amerikanischen Atomkraftwerks
Three Miles Island entstanden ist. Hier in einer Fassung des Bürgerrechtsaktivisten und Folkmusikers Guy Carawan und seiner Frau Candie, aufgenommen im Rahmen der legendären Folk-Friends Sessions.
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Wizz Jones

PLANET WITHOUT A PLAN


Spätestens seit Veröffentlichung einer gleichnamigen Studie des Club of Rome in den 1970er Jahren steht das Thema "Grenzen des Wachstums" ganz oben auf der globalen Agenda. In den 1980er und 1990er Jahren prägten internationale Denkfabriken den Begriff "Bottom Billion". Damit war gemeint, dass Ressourcen unseres Planeten wie Süsswasser, Ackerfläche, Energieträger, Metalle, Bausand etc. nicht ausreichen, um allen Menschen ein auskömmliches Leben zu ermöglichen und nach damaligen Bevölkerungsstand etwa eine Milliarde Personen ein Dasein in bitterer Armut fristen müssten. Mittlerweile sind es nach Schätzungen der UNO knapp zwei Milliarden, denen ein ausreichender Zugriff auf elementare Lebensgrundlagen verwehrt ist. Selbst in den wohlhabenden Regionen dieser Welt klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Gleichzeitig gerät das weltweite ökologische Gleichgewicht zunehmend ausser Balance. Jüngste Untersuchungen der NASA (!) warnen vor einem Kollaps der modernen Gesellschaften aufgrund übermässiger Ausbeutung natürlicher Ressourcen und ungleicher Verteilung des Reichtums. Unsere Zivilisation steht angesichts dieser Problematik vor einer der grössten Herausforderungen ihrer Geschichte. Darum geht es in diesem Lied des britischen Singer-Songwriters aus Ausnahme-Gitarristen Wizz Jones.
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Andy Irvine

THE DODGERS SONG


Nichts fürchten Übermächtige mehr als Hohn und Spott ihrer Untertanen. Durchschaut das Volk des Kaisers neue Kleider, ist Schluss mit Lustig, dann wackelt der Thron. Hofnarren werden geduldet, solange sie das Lied jener singen, deren Brot sie essen. Unabhängig aber davon verstehen Obrigkeiten keinen Spass, den sie nicht unter Kontrolle haben. Sobald sie die verlieren, wird ihnen Angst und Bange. Deshalb kann Satire enorme Kräfte entfalten, wenn sie demaskiert und den Nerv ihrer Zeit trifft. Wenn sie auf den Punkt kommt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch Spottlieder haben eine gute Geschichte und schon manches bewirkt. Sie machen munter und mutig. Sie sind nicht klein zu kriegen. Wie diese irisch/schottische Neufassung eines amerikanischen Folksongs eindrucksvoll demonstriert.
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